Die ganze Webseite über Aussiedler hatte natürlich vor allem das Ziel, zusammen in der ganzen Klasse darüber nachzudenken, warum es so wichtig ist, dass man begreift, dass alle Menschen gleich sind und eine Menschenwürde besitzen.
Deshalb befestigten wir dieses Schild auch außen an unserer Klassenzimmertür.
Ein paar Tage, nachdem wir unsere Webseite in der Schule bekannt gemacht hatten, wurde das Schild durch eine/n oder mehrere Unbekannte heimlich verändert.
Die Aufregung am nächsten Morgen in der Klasse war natürlich groß. Wir riefen zusammen mit unserem Lehrer einen Klassenrat zusammen.
Im Klassenrat wurden die verschiedenen Möglichkeiten, uns zu wehren besprochen und meistens wieder verworfen. Einige meinten, wir sollten die Polizei einschalten, andere wollten Fingerabdrücke von allen Schülern der Schule nehmen.
Zum Schluss einigten wir uns darauf, dass wir ein drittes Schild ergänzten, an dem wir ein Blatt echtes Klopapier aufklebten und es immer erneuerten, wenn es (vor allem am Anfang) abgerissen war.
Und siehe da, es kamen auf das erneuerte Schild, das mit Hakenkreuzen beschmiert war, keine Schmierereien mehr hinzu.
Wir fanden übrigens nie heraus, ob jemand aus einer anderen Klasse oder "aus unseren eigenen Reihen" für die Übeltat verantwortlich war.
Was wir daraus gelernt haben:
Gut, dass es das Internet gibt, sonst hätten wir von den Gedanken einiger aus der Schule vielleicht nie etwas erfahren!
An diese Begebenheit und den Erfolg unserer Antwort kann die ganze Klasse sich auch heute als Erwachsene 20 Jahre später noch erinnern. Zumindest bestätigen das die, die heute noch über Social Media Kontakt zu ihrem ehemaligen Klassenlehrer haben.
Als Aussiedler und Spätaussiedler versteht man Zuwanderer deutscher Abstammung, die aus einem Staat des ehemaligen Ostblocks in die Bundesrepublik Deutschland kamen, um dort ansässig zu werden. Bis Ende der 1980er Jahre kamen die meisten aus Polen und Rumänien, seit 1990 meist aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion.
Bis zum 31. Dezember 1992 wurden im amtlichen Sprachgebrauch solche Menschen Aussiedler genannt,
- die als deutsche Staatsangehörige in den ehemals deutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie geboren wurden und zunächst nach 1945 dort verblieben sind, sowie gleichfalls deren Abkömmlinge und Ehepartner anderer Volkszugehörigkeit, die nach Deutschland übergesiedelt sind, oder
- die als deutsche Volkszugehörige aus einem sozialistisch regierten Land im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens in das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland oder der Deutschen Demokratischen Republik übergesiedelt sind, sowie die Angehörigen, die sie bei der Aussiedlung begleitet haben.
Spätaussiedler werden Menschen nur dann genannt, wenn sie ab dem 1. Januar 1993 in die Bundesrepublik zugezogen sind.
Die Anerkennung als Aussiedler oder Spätaussiedler erfolgt nach dem Bundesvertriebenengesetz. Vor allem sollen die Begriffe Aussiedler und Spätaussiedler die Angehörigen von deutschen Minderheiten erfassen, deren Familien teilweise seit Generationen in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa, aber auch teilweise in Zentralasien gelebt haben und nach Deutschland ausgereist sind.
- Quelle: Wikipedia
MERKE: Aussiedler sind keine "Russen", sondern deutsche Staatsbürger mit allen Rechten und Pflichten!
Russlanddeutsche stammen von deutschen Siedlern, die ab 1763 unter der aus Deutschland abstammenden russischen Zarin Katharina II. in das Russische Reich kamen, insbesondere in die Wolga- und Schwarzmeerregionen. Sie sollten den damaligen "Fachkräftemangel" dort beheben. Sie erhielten Privilegien wie Religionsfreiheit, Selbstverwaltung und Steuerbefreiungen, mussten jedoch unter schwierigen klimatischen und sozialen Bedingungen Landwirtschaft betreiben.
Wikipedia
Während des Ersten Weltkriegs und der Revolution 1917 wurden sie als „innere Feinde“ verfolgt, viele emigrierten (= wanderten aus) oder wurden deportiert (= verschleppt). Unter Stalin erlitten sie in den 1930er und 1940er Jahren Zwangsarbeit, Deportationen nach Sibirien und Kasachstan sowie massive Repressionen (= Druck von der Regierung).
Wikipedia
Ab den 1970er Jahren begann die Ausreise von Russlanddeutschen nach Deutschland, zunächst in kleiner Zahl, später nach dem Zerfall der Sowjetunion (= UdSSR) in den 1980er und 1990er Jahren in großem Umfang. Insgesamt kamen etwa 2,3 bis 2,4 Millionen Spätaussiedler nach Deutschland. Sie erhielten die deutsche Staatsbürgerschaft nach Art. 116 Abs. 1 GG (= Grundgesetz) und wurden als deutsche Volkszugehörige privilegiert (= bevorzugt) aufgenommen.
Wikipedia
Die Integration (= Eingliederung) verlief unterschiedlich. Viele Russlanddeutsche erhielten finanzielle Starthilfen und Sprachkurse, standen jedoch vor Herausforderungen wie nicht anerkannten Berufsabschlüssen, Sprachbarrieren (= Sprachhindernissen) und kultureller Entwurzelung. Männer arbeiten häufig im produzierenden Gewerbe und Bau, Frauen oft in geringfügiger Beschäftigung. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten liegt das durchschnittliche Einkommen russlanddeutscher Haushalte inzwischen nahe dem der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Einige Familien kehrten nach Russland oder Kasachstan zurück, beeinflusst durch wirtschaftliche Faktoren und Integrationsprobleme.
www.nordkurier.de
Russlanddeutsche erleben oft eine „doppelte Fremdheit“: In der Sowjetunion galten sie als Deutsche, in Deutschland werden sie aufgrund der russischen Sprache als „Russen“ wahrgenommen. Der Begriff „Russlanddeutsche“ ist gebräuchlich, aber rechtlich nicht definiert (= festgelegt); neutraler ist die Bezeichnung „Spätaussiedler“. Die Gruppe ist heterogen (= unterschiedlich), und Vorurteile wie politische Loyalität (= Treue) oder Wahlverhalten (= angeblich überwiegend AfD-Wähler) treffen nur auf einen Teil zu.
www.bpb.de
In Deutschland gibt es einen Beauftragten für Russlanddeutsche, und die Forschung beschäftigt sich seit Jahren mit ihrer Geschichte, Integration und politischen Partizipation. Politische Bildung und kulturelle Projekte unterstützen die Identitätsbildung (anklicken für Erklärung) und gesellschaftliche Teilhabe dieser Gruppe.
degruyterbrill.com
MERKE: Russlanddeutsche sind eine bedeutende Migrantengruppe in Deutschland mit einer komplexen (= umfangreichen) Geschichte, die von Migration, Verfolgung und Integration geprägt ist, und tragen heute aktiv zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben bei.
Was man vorschnell am Stammtisch oder sogar im Internet hört oder liest, kann dazu führen, dass man sich ganz schnell eine falsche Meinung über Jemanden bildet.
Nur wenn man wirklich weiß, warum Menschen so oder so reden und handeln oder sich kleiden, also durch gesicherte Informationen (nennt man auch Wissen), kann man Vorurteile abbauen oder das Entstehen solcher Vorurteile gleich ganz verhindern.
wenn man mit ihnen Kontakt aufnimmt, redet, sie vor allem erzählen lässt. So können auch Freundschaften entstehen, ihre Sprache (wenn es Migranten sind) verbessert sich und sie und wir erleben mehr Freude in unserem Leben.